 |
 |
• Was ist Mastering |
 |
...es geht nicht nur darum den Mix lauter und breiter zu machen...
"Philosophie" des Masterns:
Das Mastering ist die letzte Instanz vor der Erstellung eines Tonträgers.
Im Klartext heißt das heutzutage, dass nach der Mischung im Tonstudio auf
DAT oder CD-R die Titel in einer speziellen Umgebung noch mal nachbearbeitet werden.
Die Umgebung des Masteringstudios ist darauf zugeschnitten und damit in der
Regel anders gestaltet als das Tonstudio selber. Sowohl von den Geräten
her als auch vom kompletten Aufbau. In der Regel benötigt man dort keinen
Aufnahmeraum und kein Mischpult, sondern ausgewählte und hochwertige Geräte
für die Summenberabeitung.
Es wird normalerweise der Frequenzgang, bzw. das Frequenzspektrum und die
Dichte des Audiosignales optimiert. Die Mischung und das Mastering haben
ungefähr so viel mit einender zu tun wie die Aufnahme und die Mischung. Es kommt
auf ganz andere Dinge an. Man sollte möglichst vermeiden schon bei der
Mischung die Summe zu bearbeiten, da es bei der Mischung nicht nur auf
den Frequenzverlauf ankommt sondern auf das richtige zusammenführen der
Einzelspuren. Natürlich lässt sich dort schon viel an Lautheit und Klangbild
optimieren, dies sollte aber durch die geschickte Bearbeitung der Einzelspuren
erreicht werden. Versucht man Fehler im Mix durch die Summenbearbeitung zu beheben
zäumt man das Pferd eigentlich von hinten auf.
Geht man dann mit seinem Mix ins Masteringstudio hat das einige Vorteile. Zum einen
hat man selber die Möglichkeit seine Mischung noch mal mit "frischen Ohren"
über eine andere, zum Teil hochwertigere Abhöre zu hören. Zum anderen hat man
durch die beiden zusätzlichen Ohren des Mastering-engineers noch mal eine
zusätzliche Kontrolle.
Die Mischung kann noch so gut sein, beim Mastern lässt sich immer noch
einiges rausholen. Es gibt wahrscheinlich keine professionelle Produktion
die nicht noch mal im Masteringstudio war...
Was wird getan:
Als erstes werden eigentlich Anfang und Ende des Titels "saubergeschnitten",
d.h. es werden Rauschen oder Nebengeräusche am Anfang und Ende des Stückes
entfernt. Dann wird durch den Einsatz von einem oder verschiedenen EQ's
das Klangbild optimiert. Zum Teil ist es auch sinnvoll durch einen "Enhancer"
die Höhen und Tiefen des Stückes aufzuwerten. Hierbei werden durch gezielte
Phasenverschiebung Obertöne generiert die einen "runderen" oder "fetteren"
Bassbereich und Präsenzen auf die Mitten (z.B. den Gesang oder das Gitarrensolo)
oder Höhen legen. Man erzielt durch den präzisen Einsatz ein "differenzierteres"
und "offeneres" Klangbild.
Verschiedene Kompressoren bzw. sogenannte "Loudness Maximizer" geben der Mischung
dann den nötigen "Druck" um von der Lautheit her mit anderen Produktionen
mithalten zu können. Ich benutze immer mindestens 3 verschiedene Kompressoren,
in geringem Maße, da jeder seinen eigenen Klang hat und bei extremen Einstellungen
schnell zu nerven anfängt.
Zusätzlich kann mit speziellen Tools auch vorhandenes Rauschen, Knistern, in geringem Maße
auch Klicks die durch digitale Übersteuerungen auftreten können, entfernt werden.
Schneidarbeiten sind unter Umständen auch sinnvoll, wenn z.B. der zweite Refrain dann doch
nicht so gut gespielt oder gesungen ist wie der dritte. Man schneidet einfach
den zweiten raus und setzt den dritten ein.
Als nächstes werden dann, wenn gewünscht Fade-Ins und Fade-Outs gemacht.
Für die Zusammenstellung der CD sind die Pausenzeiten zwischen den einzelnen
Titeln auch ein beachtenswertes Thema, hier können Millisekunden einen
unterschiedlichen Eindruck machen. Und natürlich auch die Reihenfolge der Tracks.
Im Prinzip kann man beim Mastering auch noch andere, die Summe betreffende Effekte
verwenden, wie z.B. ein Kofferadioklang oder Plattenknistern im Intro, ein
Flanger im Outro usw.
Für noch analog arbeitende Studio ohne "Automationsschnickschanck" ist
mit Sicherheit auch die Möglichkeit interessant den Titel in mehreren Teilen
zu mischen und nachher zusammen zu schneiden. Oder den Anfang des einen Mixes
mit dem Ende des anderen zu kombinieren.
Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!
Natürlich kann man das auch alles selber machen wenn man die Technik dazu hat...
aber eine jahrelange Mastering-Erfahrung kann auch von Nutzen sein.
Ich selber habe es lieber wenn ich einen Titel gemischt habe, diesen in
einem anderen Mastering Studio von einem anderen Mastering Engineer mastern
zu lassen (was für ein Satz). Mindestens aber warte ich eine Woche und
höre mir den Titel bis zum Mastern nicht mehr an.
|
|
 |
 |
 |
 |
|
 |